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Talentfrei zum Golfprofi – Teil 3
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Talentfrei zum Golfprofi – Teil 3

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Weiter geht es mit dem letzten Teil der Reihe -> Talentfrei zum Golfprofi. Solltet Ihr Teil 1 und 2 verpasst haben hier nochmal die Verlinkung.

Talentfrei zum Golfprofi – Teil 1

Talentfrei zum Golfprofi – Teil 2

Wie kann man Talent erzwingen?

Als Beispiel möchte ich hierzu die Polgár- Schwestern erwähnen. Ihr Vater Lászloó Polgár, ein Erziehungspsychologe aus Ungarn, prägte in den 1960er Jahren die Auffassung, dass große Könner „gemacht“ werden und nicht als solche geboren werden. Seine Ideen dazu, stammen vom amerikanischen Psychologen John B. Watson ab. Die Bestätigung der Ideen von Watson sah Polgár in den Biografien bekannter „Genies“ wie z.B. Wolfgang Amadeus Mozart. Polgár verfasste daraufhin ein Buch mit dem Titel (grob übersetzt) Zieht Genies groß. Nach der Veröffentlichung des Buches suchte er eine Frau die ihn heiraten, Kinder mit ihm haben und ihm bei der Umsetzung seiner Theorie zur „Aufzucht“ von Genies / Talenten zu helfen. Erschreckenderweise fand Polgár tatsächlich eine Frau die ihm bei diesem Experiment helfen wollte.

Als die erste Tochter ( Zsuzsa ) 4 Jahre alt war begann die Umsetzung der Theorie von Polgár. Warum genau er dafür Schach aussuchte, ist bis heute nicht zu 100% geklärt. Bewiesen ist aber, dass ab diesem Zeitpunkt Polgár und seine Frau jede Minute damit verbachten ihrer Tochter das Schachspielen beizubringen und sie zur Großmeisterin zu erziehen. Kurze Zeit später kamen noch zwei weitere Töchter auf die Welt ( Zsófia und Judit) und beide wurden in die Erziehung zur Großmeisterin eingeschlossen.

Die ersten Erfolge…

gab es bei Zsuzsa die sich mit 17 Jahren für die Schachweltmeisterschaft qualifizierte. Da Zsuzsa die erste Frau war, die sich hierfür qualifizierte war natürlich das Erstaunen groß, leider lies aber der Weltschachverband sie nicht dran teilnehmen. Eininge Jahre später als Zsusza 19, Zsófia 14 und Judith 12 Jahre alt waren, traten sie als Team bei der Schacholympiade an und gewannen. Zsusza wurde im Alter von 21 Jahren als erste Frau überhaupt zur Großmeisterin ernannt, Judit später dann sogar im Alter von 15 Jahren. Damit entronte sie Bobby Fischer als jüngster Mensch der jemals zum Großmeister ernannt wurde. Die Erfolgsgeschichte der Geschwister ging noch weiter, würde hier aber den Rahmen sprengen.

Das ehrliche Fazit

Alle drei Töchter waren extrem erfolgreich im Schach, auch wenn keine von ihnen die Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Wieso war aber die mittlere Tochter die „schlechteste“ der dreien. Dies liegt daran das laut eigener Aussage Zsófia die faulste von allen war und dem Schach nie das abgewinnen konnte was ihre Schwestern in diesem Sport sahen. Somit konnte Zsófia es „nur“ auf den 6 Platz der Weltrangliste der Frauen schaffen. Alle drei sind sich aber einig, das dass Zitat des Vaters
„Das angeborene Talent spielt keinerlei Rolle, der Erfolg berührt zu 99 Prozent auf harter Arbeit.“
stimmt. Das „Experiment“ (mag es noch so unglaublich sein) beweist wie weit man kommt wenn man das „Lernen“ einer Fähigkeit nur gut genug strukturiert und zu 100% verfolgt.

Was heißt das für mich als Golfer?

Als erwachsener steht mir (vermutlich) nicht mehr die Zeit zur Verfügung ,die die Mädchen von Polgár hatten um Schach zu lernen. Deshalb sollte ich erstmal meine Wunschvorstellung realistisch einschätzen und mir kurz, mittel und langfristige Ziele setzen. Als Beispiel für die Ziele könnte man folgendes sagen:
  • Kurzfristig -> Im nächsten Monat an meinen Up & Down Schlägen arbeiten um weniger Schläge rund um das Grün zu brauchen.
  • Mittelfristig -> Summe X an Turnieren (möglichst Auswärts) im kommenden Jahr zu spielen um Variabel meine Spielfähigkeit abzurufen.
  • Langfristig -> Mich in den nächsten 3-5 Jahren in den Top 3 der Clubmeisterschaften zu platzieren.
Vor allem langfristige Ziele helfen den Überblick zu behalten was die eigentliche Zielsetzung war. Kurz- Mittelfristige Ziele sind letztendlich der Weg wie ich als Spieler dort ankomme.
Solltest Du aber diese Reihe als Elternteil gelesen haben und planst die „Golfkarriere“ deines Kindes, empfehle ich dir folgende Punkte:
  • Setze dein Kind nicht zu früh unter zu großem Druck (das Beispiel der mittleren Tochter Zsófia die Schach nichts abgewinnen konnte es aber nie wirklich mochte).
  • Sollte dein Kind nicht schon mit 10 Jahren Weltmeister werden kann es immer noch klappen mit der Golfkarriere 🙂
  • Umgebe dein Kind mit gleichaltrigen (im Idealfall Biologisches Alter nicht Kalendarisches Alter) und „guten“ Spielern.
  • Der Platz/ das Turnier was gespielt wird, sollte altersgerecht sein ( Kinderabschläge/ Kinderturnier mit verkürzten Bahnen.
  • Überlasse die Planung des Trainings etc. jemand der damit Erfahrung hat und abschätzen kann wann das Kind welche Fähigkeiten erlernen sollte bzw. im welchen Alter es gewisse Fähigkeiten beherrschen sollte.
Es gibt noch einige mehr aber auch das würde völlig den Rahmen sprengen 🙂 Solltest Du weitere Fragen zum Thema Kindertraining haben frag deinen qualifizierten Trainer/in vor Ort oder schreib mir.
Gedruckte Quellen:

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